Norbert Marohn

ENDE DER KINDHEIT  IV

                                                                           

Es ist, als wär mein Körper ein Fragment, das

Mich schreiben heißt, für Adern reicht’s und Blicke
Als wenn Blut unverwandt in ihnen liefe
Wo Frauen einfall’n, ich sie überbrücke

 

Es ist, als wär in meinem Leib ein Mann, der

In einen Strang gedreht, schreibt immer Briefe
Ich fädle alle Adern auseinander

– ein Herz getränkt in Vorzeit – aus der Schlinge

Ich schreib, in Liebe, dass es mir gelinge
Und dass es schlägt, als würde mich’s liebkosen

Mein Blut, kein Wein fürs Abendmahl mit Kindern

Und schlägt’s mich aus, spring ich über den Rand

Im Fleisch ist’s wirklich, schreib ich unverwandt
Vor diesem Krieg, als könnte ich ihn hindern


        

 


 

 

                                                             
                                                                                     Weitere Texte im Gedichtband EINFALL VON KINDHEIT
                                                                                     (Lyrik aus drei Jahrzehnten)

 

 

 
IM GEGENWIND



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